Gedanken zum Volkstrauertag 18.11.2018

Gedanken…
Der diesjährige Volkstrauertag steht in diesem Jahr ganz in Gedenken zum 100. Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkrieges. In den Völkerschlachten zwischen 1914 bis 1918 verloren 17 Millionen Menschen ihr Leben. Zeugen davon sind die großen Kriegsgräberstätten in vielen Teilen Europas. Die große, erste Katastrophe in dem jungen Jahrhundert nahm am 11. November 1918 ihr Ende. Es war wie gesagt die erste Katastrophe – die Ruhe nach dem Sturm war eigentlich nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Gut 20 Jahre danach wurde ein Vierfaches an Menschenleben zerstört!
Fassungslos angesichts des Leids der Menschen fragen wir uns, wie das geschehen konnte. Man war sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg doch bewusst, wie viele Opfer er gekostet, wie viel Elend er angerichtet hatte. Die Toten waren noch nicht vergessen. Im Gegenteil: Ihrer wurde gedacht, der Volkstrauertag selbst zeugt davon. 1922 wurde er auf Vorschlag des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, dessen Gründung 1919 war, das erste Mal begangen.
Wie konnte es geschehen, dass sich schnell nach dem Ersten Weltkrieg in vielen Staaten Europas autoritäre und diktatorische Regime etablieren konnten. Die Faschisten in Italien, die Falangisten in Spanien die Kommunisten in der Sowjetunion und eben in unserem Deutschland die Nationalsozialisten!
Die Nazis begannen sofort nach ihrer Machtübernahme ihr Hassregime aufzubauen und zu festigen! Sie planten den Angriffs-und Vernichtungskrieg, den sie dann 1939 mit dem Überfall auf Polen auslösten. Die Opfer des Ersten Weltkrieges hielten sie und die vielen Unterstützer in unserem Land nicht davon ab. Im Gegenteil – die Gefallenen galten als Rechtfertigung für eine Vergeltung! Sie verklärten sie zu Helden und schufen so eine mentale Basis für ihre furchtbare Rhetorik, die der Rechtfertigung des fürchterlichen zweiten Weltkrieges galt.
Dies mahnt uns heute, aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Ihr Tod sollte aber in einen historischen Kontext gestellt werden um daraus Lektionen der Geschichte zu lernen und zu lehren.
Nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung schaffen einen dauerhaften Frieden. Wir durften in den vergangenen 70 Jahren die glückliche Erfahrung der längsten Friedensperiode in der europäischen Geschichte machen. Diese Errungenschaft müssen wir bewusst machen, bewahren und nach außen tragen. Unbedingt! Denn in unseren heutigen Tagen nimmt der Chauvinismus zu und die nationalistischen – fremdenfeindlichen Parolen dringen immer mehr in den öffentlichen Raum vor!!!
Der Volkstrauertag ist ein Tag des Gedenkens, der stillen Einkehr und der Trauer. Er ist aber auch der Tag an dem wir kritisch reflektieren müssen und uns stärken und immunisieren müssen gegen billige Parolen, mit denen Menschen anderer Herkunft, Religion oder Hautfarbe abgewertet werden sollen. Er ist ein Tag zur Stärkung des Miteinanders in Europa.
Heute schauen wir zurück auf die Schrecken des Krieges, aber wir schauen auch voraus – auf die Bewahrung von Frieden, Demokratie und Menschenrechte! Die Gefallenen bringt es uns nicht zurück, aber es kann, es muss verhindern, dass wir, dass die nächste Generation nicht wiederum Gefallene beklagen muss!!!

Dieser Beitrag wird am: 01.12.18 in das Archiv verschoben

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