„Rückhaltebecken Immenrode: wichtiger Baustein des Hochwasserschutzes im Harzvorland“

Umweltminister Lies besucht Baustelle bei Immenrode – Land fördert Projekt aus Sondervermögen
Immenrode /Peine, im Juli 2020 — Es ist eines der herausragenden Hochwasserschutz-Projekte im nördlichen Harzvorland, das aus dem Sondervermögen des Landes gefördert wird: das neue Hochwasserrückhaltebecken Immenrode. Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies machte sich jetzt selbst ein Bild von der Umsetzung. „Wir freuen uns sehr, dass der Umweltminister sich hier am Harzrand vor Ort über unser Projekt informiert“, sagen Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar, und Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Peine. Sie begleiteten den Minister über die beeindruckende Baustelle. Rund 1,55 Millionen Euro werden hier investiert, zu 80 Prozent aus Landesmitteln und zu 20 Prozent mit Mitteln der Stadt Goslar finanziert.

„Der Hochwasserschutz in der Fläche ist eine wichtige Aufgabe, der wir uns gemeinsam mit den Hochwasserpartnerschaften und ihren integrierten Lösungsansätzen engagiert widmen“, betont Minister Lies bei seinem Besuch in Immenrode. „Wir als Land Niedersachsen haben dafür unter anderem das Sondervermögen Hochwasserschutz von 27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, aus dem die Flussgebietspartnerschaft Nördliches Harzvorland fünf Millionen Euro für ihre Projekte bis Ende 2024 erhält. Schön hier in Immenrode erleben zu können, dass diese Mittel zur schnellen Umsetzung der bereits konzipierten Maßnahmen der Flussgebietspartnerschaft beitragen. Das ist ein Erfolgsmodell, das Schule machen wird.“

Landesmittel ermöglichen zeitnahe Umsetzung – Bau gut angelaufen
Diese Maßnahme ist eines der 18 Projekte der Flussgebietspartnerschaft Nördliches Harzvorland, die mit insgesamt fünf Millionen Euro aus dem Sonderfonds des Landes Niedersachsen gefördert werden können. „Diese Unterstützung des Landes ist, neben der Flächenverfügbarkeit, der entscheidende Faktor, damit wir die Projekte aus unserem Maßnahmenkatalog zeitnah umsetzen können. Die fünf Millionen Euro Förderung aus dem Sondervermögen des Landes sind ein wichtiger Impuls für unsere Arbeit im ländlichen Raum. Sie wird den integrierten Hochwasserschutz an Oker und Innerste spürbar, und für die Bürger erkennbar, voranbringen“, sagt Baas beim Besuch des Umweltministers.

Anfang Juli konnte diese Maßnahme im Immenrode nach erfolgreicher Ausschreibung in die Umsetzungsphase starten. Bis Dezember sollen die Arbeiten für den Damm und die Umverlegung des Weddebachs abgeschlossen sein. „Der Baufortschritt ist sehr erfreulich. Die beauftragten Fachfirmen geben Gas, das ist zu sehen“, führen die Vertreter der Stadt Goslar und des Wasserverbands Peine beim Rundgang an. Zunächst hat man mit dem Errichten der Baustraßen und Lagerplätze begonnen. Danach folgen die Arbeiten für den Gewässerbau und die Bodenverbesserung, die durch Kalk erfolgt. Daran werden sich die Betonarbeiten und das Dammbauwerk anschließen. Dann erfolgen die technische Ausrüstung sowie das Bepflanzen und Begrünen des Damms. Bis Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir wünschen den beteiligten Firmen weiter gutes Gelingen“, so Dr. Junk und Baas beim Rundgang mit den Gästen. Ortsvorsteher Eckhard Wagner dankt der Immenröder Einwohnerschaft, dass sie dieses Projekt positiv begleiten und weist darauf hin, dass es in der Bauphase mehr Verkehrsaufkommen geben wird.

Angepasste Dammgestaltung
Das neue Rückhaltebecken im Süden Immenrodes wird ein Stauvolumen von rund 77.500 Kubikmetern haben. Die Aufstauung erfolgt über einen quer zum Weddebach verlaufenden Damm von 270 Metern Länge. Dieser wird knapp sechs Meter hoch sein. An seinem Fuß umfasst er eine Breite von bis zu 40 Metern. „Die Gestaltung des Damms ist den örtlichen Gegebenheiten angepasst“, erläutert Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands Peine. „Der Damm ist leicht geschwungen und orientiert sich in der Ausgestaltung am Landschaftsbild. Mit dieser Form werden zudem die Bewirtschaftungsgrenzen optimal ausgestaltet.“ Rund 13.000 Kubikmeter Material sind notwendig, um den Damm zu errichten. Bei extremen Hochwasserereignissen sichert eine sieben Meter breite Entlastung die Dammstandfestigkeit. Das für den Durchfluss und die Durchlässigkeit entscheidende Baudetail ist die sogenannte Ökoschlucht, in der sich das Drosselbauwerk befindet und die durchlässig für die aquatische Tiere ist. Die Flügellänge beträgt hier in Summe 34 Meter und die Höhe bis zu 6,40 Meter. Bei einem hundertjährigen Hochwasserereignis würde dann der Durchfluss auf 2,32 Kubikmeter die Sekunde gedrosselt.
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Entwicklung des Weddebachs – Umverlegung auf 750 Metern
Neben dem Hochwasserschutz wird mit dieser Maßnahme bei Immenrode zugleich die natürliche Gewässerentwicklung unterstützt. Dafür wird der Weddebach auf rund 750 Metern in sein unsprüng-liches Bett umverlegt und leicht mäandrierend ausgestaltet. „Dadurch wird der Wirtschaftsweg erhalten und die Entwässerung des Beckens nach einem Hochwasser gewährleistet. Positiv ist zudem die Laufverlängerung der Wedde, denn dies unterstützt die Entwicklung zum natürlichen Fließgewässer. Mit Strukturelementen, etwa Findlingen oder Wurzelstubben, werden wir das natürliche Fließverhalten fördern. Die Uferböschungen werden mit Schutzmatten vor Erosion geschützt“, beschreibt Schröder die geplanten Maßnahmen. „Ziel ist die eigendynamische, naturnahe Entwicklung des Weddebachs. Dafür werden zudem standortgerechte Gehölze angepflanzt, die für Schatten sorgen und eine natürliche Auenentwicklung begünstigen.“

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